Was ist eigentlich aus Jana Ritter und ihrer Hörwelt geworden?
Von der allein gestarteten Gründerin zu vier Filialen und einem 20-köpfigen Team
Als Jana Ritter im März 2018 zur „Persönlichkeit im Handwerk“ gewählt wurde, befand sich ihre Selbstständigkeit noch ganz am Anfang. Nach den vorbereitenden Gründungsschritten im Oktober 2017 öffnete die Hörwelt Jana Ritter im November 2017 in Engen. Jana Ritter begann zunächst ohne Angestellte. Erst rund fünf Monate später kam ihr Mann Dirk Ritter hinzu, der seitdem vor allem die Bereiche IT, Verwaltung, Personal und Marketing unterstützt.
Im damaligen
Gründerinnenporträt kündigte Jana Ritter an, eine weitere Filiale eröffnen, eigene Hörakustiker ausbilden und das fachliche Angebot durch zusätzliche Fortbildungen erweitern zu wollen. Acht Jahre später lässt sich überprüfen, was aus diesen Plänen geworden ist: Zur Hörwelt gehören heute vier Filialen in Engen, Stockach, Radolfzell und Gottmadingen. Das Team umfasst 20 Personen. Im September 2026 verstärken zwei Auszubildende und ein Hörakustikgeselle das Unternehmen.
Die Entwicklung verlief dennoch nicht geradlinig. Corona unterbrach die Ausbildungstätigkeit, qualifiziertes Personal wurde zunehmend schwieriger zu finden und mit der Zahl der Beschäftigten wuchsen die organisatorischen Anforderungen. Gerade deshalb zeigt der Rückblick mehr als eine reine Erfolgsgeschichte. Er macht sichtbar, welche ursprünglichen Ziele erreicht wurden, welche Erfahrungen hinzukamen und welche Annahmen sich im Laufe der Jahre als falsch erwiesen.
Vier Filialen mit unterschiedlichen Ausgangspunkten
Engen war für Jana Ritter der naheliegende Ort für den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie lebte mit ihrer Familie dort und wollte nach mehr als 20 Jahren im Angestelltenverhältnis ein eigenes Fachgeschäft in ihrem persönlichen Umfeld aufbauen. Zunächst befand sich die Hörwelt in der Robert-Bosch-Straße, später zog die Filiale in die Schillerstraße 2. Die zweite Filiale wurde 2021 in Stockach eröffnet. Dieser Schritt war zugleich eine Rückkehr. Jana Ritter hatte dort bereits von 2001 bis 2013 für den damaligen Hörakustikbetrieb „Das Ohr“ eine Filiale aufgebaut und zwölf Jahre lang geleitet. Als der spätere Inhaber von „Das Ohr“ die Räume im alten Rathaus in der Hauptstraße aufgab, bot sich die Möglichkeit, genau dort eine Filiale der Hörwelt zu eröffnen. Der SÜDKURIER berichtete im Juni 2021 über die Rückkehr von Jana Ritter an ihre frühere Wirkungsstätte.
2022 folgte Radolfzell. Ausschlaggebend war dort nicht allein die Attraktivität des Standorts, sondern vor allem die Möglichkeit, ein nach Einschätzung des Unternehmens fachlich besonders kompetentes Team zu gewinnen. Die Eröffnung verlief ungewöhnlich reibungslos. Während neue Filialen häufig durch Personalsuche, Umbauten oder verzögerte Abläufe belastet werden, habe in Radolfzell „wirklich alles wie am Schnürchen funktioniert“, erinnert sich Jana Ritter. Die vierte Filiale entstand 2024 in Gottmadingen. Den Anstoß gab eine Hörakustikmeisterin, die selbst auf Jana Ritter zukam und fragte, ob die Hörwelt gemeinsam mit ihr eine Filiale in Gottmadingen eröffnen würde.
Die vier Standorte werden als Filialen der Hörwelt Jana Ritter zentral geführt und sind organisatorisch unter dem gemeinsamen inhabergeführten Unternehmen gebündelt. Die Eröffnungen folgten keinem starren Expansionsplan. Engen stand für die persönliche Verwurzelung, Stockach für langjährige Orts- und Branchenerfahrung, Radolfzell für ein verfügbares qualifiziertes Team und Gottmadingen für eine konkrete personelle Gelegenheit.
„Wir haben keine Filialen eröffnet, nur um möglichst schnell größer zu werden. Jeder Standort hatte einen nachvollziehbaren Anlass und Menschen, mit denen wir ihn verantwortungsvoll aufbauen konnten“, sagt Jana Ritter.
Aus einer Einzelgründung wurde ein 20-köpfiges Team
Im August 2026 umfasst das Team einschließlich Jana Ritter 20 Personen. Die aktuelle Personal- und Qualifikationsstruktur weist acht Hörakustikmeisterinnen und Hörakustikmeister, drei Gesellinnen und Gesellen sowie sechs Beschäftigte in Service und Verwaltung aus. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen standortübergreifend unterschiedliche Aufgaben oder verfügen über zusätzliche Qualifikationen. Vier Teammitglieder sind in der Pädakustik qualifiziert, zwei zusätzlich als Hörtherapeuten ausgebildet.
Im September 2026 verstärken zwei Auszubildende und ein Hörakustikgeselle das Team. Damit werden ab September zwei Nachwuchskräfte bei der Hörwelt ausgebildet. Die Beschäftigtenzahl allein beschreibt die Entwicklung allerdings nur unvollständig. Jana Ritter hat dabei eine Erfahrung gemacht, die viele wachsende Handwerksbetriebe kennen: Mehr Personal führt nicht automatisch zu größerer Flexibilität. Mit jedem zusätzlichen Standort steigen der Abstimmungsbedarf, die Anforderungen an die Einsatzplanung und die Notwendigkeit, Verantwortung verlässlich zu verteilen. Unterschiedliche Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle müssen mit Öffnungszeiten, Kundenterminen und fachlichen Qualifikationen in Einklang gebracht werden.
Hinzu kommt der Fachkräftemangel. Besonders schwierig ist es inzwischen, qualifizierte Beschäftigte für eine Vollzeittätigkeit zu gewinnen. Die Hörakustik ist stark von Frauen geprägt. Viele Mitarbeiterinnen stehen vor der Aufgabe, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Die Hörwelt versucht deshalb, Teilzeitmodelle und flexible Lösungen zu ermöglichen, soweit dies mit der Kundenversorgung und den betrieblichen Abläufen vereinbar ist.
Auch bei Neueinstellungen würde Jana Ritter heute andere Maßstäbe anlegen als in den ersten Jahren. Fachliche Qualifikation allein genügt nicht. Verlässlichkeit, Motivation, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, müssen ebenso berücksichtigt werden. Eine ihrer wichtigsten unternehmerischen Erkenntnisse formuliert Jana Ritter bewusst knapp: „Nicht alles ist so, wie es zunächst scheint.“
Ausbildung bleibt notwendig – auch wenn nicht jedes Ausbildungsverhältnis gelingt
Im Gründerinnenporträt von 2018 kündigte Jana Ritter an, eigene Hörakustiker ausbilden zu wollen. Bis 2026 haben vier Auszubildende ihre Ausbildung bei der Hörwelt erfolgreich abgeschlossen. Ab September 2026 werden zwei Nachwuchskräfte im Unternehmen ausgebildet.
Nicht jedes begonnene Ausbildungsverhältnis konnte erfolgreich beendet werden. Teilweise fehlten auf Dauer Leistung oder Motivation. In einem anderen Fall konnte ein vom Unternehmen als fleißig, leistungsfähig und sehr motiviert beschriebener Auszubildender seine Ausbildung aufgrund belastender aufenthaltsrechtlicher Rahmenbedingungen und seines Weggangs aus Deutschland nicht fortsetzen.
Auch die Corona-Pandemie hinterließ eine Lücke in der Ausbildungshistorie. Zeitweise fanden sich keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber. Für einen mittelständischen Handwerksbetrieb ist eine solche Unterbrechung nur schwer aufzuholen, weil Ausbildung über mehrere Jahre geplant, fachlich begleitet und personell abgesichert werden muss.
Trotz dieser Erfahrungen betrachtet Jana Ritter die Ausbildung nicht als freiwillige Zusatzaufgabe. Auf der EUHA LIVE-AREA sprach sie am 22. Oktober 2025 unter dem Titel „Warum Betriebe ausbilden sollten?“ über die Verantwortung der Betriebe für den Fachkräftenachwuchs.
„Ausbildung ist anspruchsvoll und sie führt nicht automatisch in jedem Fall zum Ziel. Trotzdem können wir nicht über Fachkräftemangel klagen und gleichzeitig erwarten, dass andere Betriebe den Nachwuchs für uns ausbilden“, sagt Jana Ritter.
Ein breites Angebot war bereits bei der Gründung vorhanden
Ein wesentlicher Teil des heutigen Portfolios entstand nicht erst durch die Expansion. Bereits zur Eröffnung 2017 bot die Hörwelt neben der klassischen Hörgeräteversorgung auch Pädakustik, individuell angepassten Gehörschutz, Lichtsignal- und Kommunikationsanlagen sowie ICP-zertifizierte Versorgungen für Menschen an Lärmarbeitsplätzen an. Dieses Angebot ist bereits im Porträt aus dem Jahr 2018 dokumentiert.
2020 kamen unter anderem professionelles In-Ear-Monitoring und zusätzliche Leistungen im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung hinzu. Zum Gehörschutzangebot gehören inzwischen Lösungen für Industrie und Handwerk, Musiker, Polizei und Sicherheitsdienste sowie Sportschützen und Jäger. Beim aktiven Jagdgehörschutz werden gefährliche Impulsschallpegel gedämpft, während wichtige Umgebungsgeräusche und Sprache weiterhin wahrnehmbar bleiben sollen. Die eingesetzten Systeme und ihre Schutzwerte müssen dabei zum konkreten Einsatzbereich passen. Informationen zu den unterschiedlichen Einsatzgebieten und rechtlichen Grundlagen stellt unter anderem der Hersteller
Hörluchs bereit.
Grundsätzlich können alle vier Filialen das vollständige Angebot des Unternehmens unterstützen. Bestimmte Leistungen werden dennoch gebündelt. Die Pädakustik und die Hörtherapie finden schwerpunktmäßig in Engen statt. Dort befindet sich auch der TiK-Premium-Partnerstandort.
Das TiK-Konzept von Hörluchs betrifft maßgefertigte Im-Ohr-Hörsysteme aus Titan. Die Hörwelt ist hierfür in Engen als geschulter Premium-Partner gelistet. Das Konzept ersetzt nicht die herstellerunabhängige Auswahl und vergleichende Anpassung unterschiedlicher Hörsysteme, sondern ergänzt das bestehende Angebot um eine spezialisierte Versorgungsmöglichkeit.
Was macht ein Hörtherapeut?
Die Bezeichnung „Hörtherapeut“ wird häufig missverstanden. Anders als die Ausbildung zum Hörakustiker ist die Qualifikation derzeit nicht als eigenständiger staatlicher Ausbildungsberuf geregelt. Angeboten werden spezialisierte Zertifikatslehrgänge für Menschen mit einschlägiger audiologischer, therapeutischer oder hörakustischer Vorbildung. Die zugrunde liegende Ausbildung und die fachliche Ausgangsqualifikation sollten deshalb immer nachvollziehbar benannt werden.
Jana Ritter ist seit 1999 Hörakustikmeisterin. Sie ist außerdem Pädakustikerin, ICP-zertifiziert, in der Tinnitusberatung qualifiziert, zertifizierte terzo-Beraterin und Hörtherapeutin. Hinzu kommen ihre ursprünglichen medizinischen Ausbildungen als Krankenschwester und staatlich geprüfte HNO-Arzthelferin sowie ein Bachelor-of-Science-Abschluss im Bereich Hörakustik.
Während die Hörakustik vor allem das Hörvermögen erfasst, Hörsysteme auswählt und technisch anpasst, beschäftigt sich die Hörtherapie stärker mit der Verarbeitung von Höreindrücken. Menschen können beispielsweise Schwierigkeiten haben, Sprache im Störgeräusch zu verstehen, Schallquellen räumlich zuzuordnen oder sich nach längerer Hörentwöhnung wieder an die Vielzahl hörbarer Geräusche zu gewöhnen. Nach einem ausführlichen Vorgespräch können Fragebögen und spezielle Screenings eingesetzt werden, um die subjektiv empfundenen Einschränkungen und bestimmte Bereiche der auditiven Verarbeitung zu erfassen. Auf dieser Grundlage wird ein individueller Trainingsplan entwickelt.
Das von der Hörwelt eingesetzte
CleverFox-Hörtraining verbindet eine mehrwöchige fachliche Begleitung mit regelmäßigen Übungen zu Hause. Trainiert werden unter anderem Sprachwahrnehmung im Störgeräusch, Konzentration, akustisches Gedächtnis, Richtungshören und die Unterscheidung gleichzeitig angebotener Hörinformationen. Hörtherapie kann die Gewöhnung an Hörgeräte oder Cochlea-Implantate unterstützen und bei Hörentwöhnung, Tinnitus, Hyperakusis oder bestimmten auditiven Verarbeitungsproblemen eingesetzt werden. Sie ersetzt jedoch keine HNO-ärztliche Untersuchung, medizinische Diagnose oder psychotherapeutische Behandlung. Bei medizinisch abklärungsbedürftigen Beschwerden bleibt die ärztliche Diagnostik erforderlich. Der
Verband deutschsprachiger Hörtherapeuten beschreibt Hörtherapie entsprechend als spezialisierte Arbeit an der kognitiven Hörverarbeitung.
Die Aufgabenbereiche müssen dabei klar voneinander getrennt bleiben: Ein Hörtherapeut kann nicht pauschal einen Hörverlust oder Tinnitus heilen. Ziel ist vielmehr, vorhandene Hörinformationen besser zu verarbeiten, den Umgang mit einer Hörbeeinträchtigung zu trainieren und eine technische Hörversorgung sinnvoll zu ergänzen.
Corona, Bürokratie und die Grenzen des Wachstums
Die schwierigste Phase seit der Gründung war für Jana Ritter die Corona-Pandemie. Masken erschwerten die Kommunikation gerade für Menschen mit Hörverlust. Kundentermine mussten unter veränderten Bedingungen stattfinden, zeitweise galten eingeschränkte Öffnungszeiten und die Nachwuchsgewinnung brach ein. Trotzdem eröffnete das Unternehmen 2021 mitten in dieser Phase seine zweite Filiale in Stockach. Heute nehmen andere Belastungen mehr Raum ein. Dazu gehören die zunehmende Bürokratie und der tägliche Aufwand bei Abrechnung, Genehmigung und Kommunikation mit den gesetzlichen Krankenkassen. Manche Entscheidungen der Kostenträger werden im betrieblichen Alltag als schwer nachvollziehbar oder widersprüchlich erlebt. Gleichzeitig müssen gesetzliche Vorgaben, Dokumentationspflichten und vertragliche Regelungen zuverlässig eingehalten werden. Zwischen den vollständigen Kalenderjahren 2018 und 2025 stieg der Umsatz nach interner betriebswirtschaftlicher Auswertung der Hörwelt Jana Ritter auf das 4,6-Fache. Das entspricht einer Steigerung um 360 Prozent. Der Zuwachs beruht auf dem Aufbau der drei zusätzlichen Filialen, der Erweiterung des Teams und der fachlichen Ausdifferenzierung des Angebots.
Die wirtschaftliche Entwicklung ist damit messbar. Sie sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie komplex die Organisation eines gewachsenen Filialbetriebs geworden ist oder wie viel zusätzliche Arbeitszeit inzwischen für Personalführung, Dokumentation und Verwaltungsprozesse benötigt wird.
Die Unterstützung der Handwerkskammer als frühes Fundament
Jana Ritter führt die Entwicklung nicht allein auf eigene Entscheidungen und fachliche Erfahrung zurück. Eine wesentliche Grundlage war nach ihrer Einschätzung die Unterstützung durch die Handwerkskammer Konstanz in der frühen Phase der Selbstständigkeit.
Für eine erfahrene Hörakustikmeisterin, die erstmals die vollständige wirtschaftliche und organisatorische Verantwortung eines eigenen Betriebs übernimmt, ist ein unabhängiger Ansprechpartner von erheblichem Wert. Fachliche Kompetenz beantwortet noch nicht automatisch alle Fragen, die mit einer Gründung, dem Aufbau betrieblicher Strukturen und den Pflichten eines Arbeitgebers verbunden sind.
„Ohne die sehr gute Unterstützung der Handwerkskammer Konstanz in unserer Anfangszeit wäre diese Entwicklung in dieser Form kaum möglich gewesen. Fachliche Erfahrung ist eine wichtige Voraussetzung. Sie beantwortet aber noch lange nicht alle Fragen, die mit einer Gründung und dem Aufbau eines Betriebs verbunden sind“, sagt Jana Ritter.
Die Begleitung durch die Handwerkskammer half, Entscheidungen einzuordnen und die Selbstständigkeit auf ein belastbares Fundament zu stellen. Dass Jana Ritter bereits 2018 als „Herausragende Frauenpersönlichkeit im Handwerk“ zur „Persönlichkeit im Handwerk“ gewählt wurde, war eine frühe öffentliche Anerkennung ihres unternehmerischen Weges.
Fachlicher Austausch über den eigenen Betrieb hinaus
Mit dem Wachstum nahm auch die Beteiligung an fachlichen und öffentlichen Veranstaltungen zu. Im Juni 2024 unterstützte die Hörwelt gemeinsam mit Enste Hörakustik die Konstanzer Abschlussstation einer bundesweiten Hörmobil-Tour anlässlich „40 Jahre Cochlea-Implantat in Deutschland“. Beteiligt waren unter anderem Selbsthilfegruppen, CI-Hersteller, pädagogische Fachstellen und eine Logopädin. Der CIV Baden-Württemberg dokumentierte den Aktionstag in seiner Verbandszeitschrift.
2025 folgte der Vortrag über die betriebliche Ausbildung auf der EUHA LIVE-AREA. Im Februar 2026 wurde Jana Ritter von Oticon Medical als Hörakustikmeisterin, Pädakustikerin und Hörtherapeutin zu Möglichkeiten der Knochenleitungshörversorgung befragt. Die Veröffentlichung von Oticon Medical bestätigt zugleich die vier Filialen im Bodenseeraum und die genannten fachlichen Qualifikationen.
In der 2026 veröffentlichten Videoserie „Behind TiK“ bringt Jana Ritter außerdem als externe Partnerin die Perspektive aus der praktischen Hörakustik ein, wie das Fachmagazin
OMNIdirekt berichtet.
2023 und 2025 erhielt die Engener Filiale jeweils die Auszeichnung „Top 100 Akustiker“, zunächst für 2023/2024 und anschließend für 2025/2026. Vergeben wird die Auszeichnung durch das BGW Institut für innovative Marktforschung. Das Singener Wochenblatt beschrieb 2023 das zugrunde liegende Verfahren mit einem umfangreichen Fragebogen, Betriebsbesichtigungen und Testkäufen. Die Auszeichnung ist kein amtliches Qualitätssiegel, dokumentiert aber eine externe Bewertung des Betriebskonzepts und der Kundenorientierung.
Nicht zwangsläufig größer, aber stabiler und breiter aufgestellt
Weitere Filialgründungen werden derzeit nicht aktiv verfolgt. Ausgeschlossen sind sie dennoch nicht. Jana Ritter beschreibt ihre Haltung mit dem Satz: „Gelegenheit macht Expansion.“ Ein zusätzlicher Standort käme jedoch nur infrage, wenn die personellen, fachlichen und regionalen Voraussetzungen zusammenpassen. In den kommenden Jahren sollen die Ausbildung, die Stabilität der bestehenden Filialen und die fachliche Weiterentwicklung im Mittelpunkt stehen. Dazu gehören Hörtraining, Hörtherapie, Pädakustik, besondere Hörsystemversorgungen, qualifizierter Gehörschutz und die weitere Abgrenzung von einem ausschließlich produktorientierten Hörgeräteverkauf.
Ein passendes Ziel für die kommenden fünf Jahre formuliert Jana Ritter so:
„Die Hörwelt soll in fünf Jahren ein wirtschaftlich stabiles, inhabergeführtes Unternehmen mit verlässlichen Arbeitsplätzen und einer starken Ausbildung sein. Entscheidend ist für mich nicht die Zahl unserer Filialen. Entscheidend ist, dass unsere bestehenden Standorte fachlich gut aufgestellt sind, Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden kann und junge Menschen ihre Ausbildung bei uns erfolgreich abschließen. Wenn sich darüber hinaus eine wirklich passende Gelegenheit ergibt, bleiben wir offen.“
Aus der allein gestarteten Gründerin ist eine Unternehmerin mit vier Filialen und einem 20-köpfigen Team geworden. Vieles von dem, was Jana Ritter 2018 als Ziel formulierte, wurde umgesetzt. Gleichzeitig hat sie ihren Blick auf Wachstum verändert. Insbesondere die ursprüngliche Annahme, mehr Beschäftigte bedeuteten automatisch mehr Flexibilität, hat sich als falsch erwiesen. Wachstum schafft neue Möglichkeiten, aber auch neue Abhängigkeiten und zusätzliche Verantwortung.
Gerade darin liegt die aussagekräftigste Entwicklung der vergangenen Jahre: Die Hörwelt ist größer geworden – und der unternehmerische Blick auf Größe deutlich kritischer.
Chronologie 2017 bis 2026
Oktober 2017: Vorbereitung und formale Gründung der Hörwelt Jana Ritter.
November 2017: Eröffnung des ersten Fachgeschäfts in Engen. Jana Ritter startet zunächst ohne Angestellte.
Frühjahr 2018: Dirk Ritter kommt rund fünf Monate nach der Eröffnung hinzu und übernimmt Aufgaben in IT, Verwaltung, Personal und Marketing.
März 2018: Jana Ritter wird in der Kategorie „Herausragende Frauenpersönlichkeit im Handwerk“ zur „Persönlichkeit im Handwerk“ gewählt.
2020: Erweiterung des Angebots um professionelles In-Ear-Monitoring und zusätzliche Leistungen im Bereich persönliche Schutzausrüstung und spezialisierter Gehörschutz.
2021: Eröffnung der zweiten Filiale in Stockach in den Räumen, in denen Jana Ritter bereits von 2001 bis 2013 eine Filiale geleitet hatte.
2022: Eröffnung der dritten Filiale in Radolfzell.
2023: Erste Auszeichnung als „Top 100 Akustiker 2023/2024“.
2024: Eröffnung der vierten Filiale in Gottmadingen. Beteiligung am CI-Aktionstag und an der Hörmobil-Tour in Konstanz.
2025: Erneute Auszeichnung als „Top 100 Akustiker 2025/2026“. Vortrag von Jana Ritter auf der EUHA LIVE-AREA zum Thema „Warum Betriebe ausbilden sollten?“. Der Jahresumsatz erreicht nach interner betriebswirtschaftlicher Auswertung das 4,6-Fache des Umsatzes von 2018.
Juni 2026: Die Filiale in Engen wird TiK® Premium Partner von Hörluchs und erweitert damit ihre Spezialisierung auf maßgefertigte Im-Ohr-Hörsysteme aus Titan.
August 2026: Die Hörwelt umfasst vier Filialen und ein 20-köpfiges Team. Vier Auszubildende haben ihre Ausbildung im Unternehmen bereits erfolgreich abgeschlossen.
September 2026: Zwei Auszubildende und ein Hörakustikgeselle verstärken das Team. Damit werden ab September zwei Nachwuchskräfte bei der Hörwelt ausgebildet.
Quellen und Nachweise
• Gründerinnenporträt „Erfolgreich im Handwerk“, 30. März 2018
• SÜDKURIER: Eröffnung der Filiale in Stockach, 4. Juni 2021
• EUHA LIVE-AREA 2025: offizielles Bühnenprogramm
• CIV Baden-Württemberg: Bericht zur Hörmobil-Tour und zum CI-Aktionstag
• Oticon Medical: Fachbeitrag mit Jana Ritter zur Knochenleitungshörversorgung
• OMNIdirekt: Jana Ritter als externe Praxispartnerin der Videoserie „Behind TiK“
• Verband deutschsprachiger Hörtherapeuten: Aufgaben und Grundlagen der Hörtherapie
• CleverFox: Aufbau und Inhalte des eingesetzten Hörtrainings
• Hörluchs: TiK-Konzept für maßgefertigte Im-Ohr-Hörsysteme
• Hörluchs: Einsatzbereiche und Grundlagen des maßgefertigten Gehörschutzes
• Singener Wochenblatt: „Top 100 Akustiker 2023/2024“
Hörwelt Jana Ritter, Stand August 2026.